Welches Problem der Passagenplaner löst
Vor der eigentlichen nautischen Planung braucht ein Skipper häufig eine erste belastbare Größenordnung: Wie lang sind die vorgesehenen Etappen, welche Fahrzeit ergibt sich aus einer realistischen Durchschnittsfahrt und wie wirkt sich ein zusätzlicher Wegpunkt auf Kraftstoffbedarf und Reserve aus? Dieses Werkzeug verbindet Karte, Distanz, Zeit und Kraftstoff in einer nachvollziehbaren Rechnung.
Es richtet sich an Freizeitskipper von Segel- und Motorbooten und dient ausschließlich der Vorplanung. Das Ergebnis hängt vollständig von den eingegebenen Koordinaten und Schiffswerten ab. Die Linie ist keine sichere Route, kein Wetterrouting und kein Kartenplotter. Sie kennt weder Wassertiefe und Land noch örtliche Regeln, Verkehr, Vorhersage oder die tatsächlichen Eigenschaften des Schiffes.
Für wen das Werkzeug gedacht ist
- Freizeitskipper, die Routenvarianten oder Wegpunktfolgen vergleichen.
- Crews, die Wachplan und ungefähres Ankunftsfenster vorbereiten.
- Motorbootfahrer, die Distanz, Fahrt, Stundenverbrauch und Reserve zusammen prüfen.
- Lernende, die Seemeilen, Fahrzeit, Kraftstoffmarge und scheinbaren Wind verstehen möchten.
- Nutzer, die einen JSON- oder GPX-Entwurf in geeigneter Navigationssoftware weiterbearbeiten.
Plan erstellen und kontrollieren
- Abfahrt und Ankunft per Kartenklick oder Ortssuche setzen. Eine Anfrage wird erst nach dem ausdrücklichen Drücken von Suchen gesendet, nicht während der Eingabe.
- Wegpunkte einfügen, wenn die direkte Großkreislinie Land schneiden würde oder eine alternative Folge verglichen werden soll. Marker können gezogen und Koordinaten direkt bearbeitet werden.
- Eine realistische Durchschnittsfahrt für die gesamte Passage eintragen, nicht nur einen kurzzeitig erreichten Bestwert.
- Stündlichen Motorverbrauch in Litern oder US-Gallonen und eine Planungsreserve wählen. Die voreingestellten 20 Prozent sind keine allgemeine Sicherheitsregel.
- Zusammenfassung und jede Etappe prüfen. Änderungen an Koordinaten, Namen, Fahrt oder Einheiten aktualisieren beide Tabellen sofort.
- Scheinbaren Wind optional aus wahrer Windgeschwindigkeit, Windwinkel vom Bug und Bootsgeschwindigkeit berechnen.
- Entwurf lokal speichern oder als JSON/GPX exportieren und anschließend mit amtlichen Karten, Nachrichten, Wetterdaten und geeigneter Navigationstechnik vollständig prüfen.
Rechenbeispiel: Lavrio nach Korissia mit Beispiel-Wegpunkt
Das integrierte Beispiel zeigt den Zweck eines Wegpunkts. Eine direkte Linie von Lavrio nach Korissia kann je nach exakten Endpunkten den Landbereich von Makronisos berühren. Deshalb wird ein ungefährer Punkt südlich der Insel eingefügt. Die Koordinaten dienen nur der Erklärung und dürfen ohne eigenständige Kartenarbeit nicht für eine reale Fahrt übernommen werden.
Eingaben im Beispiel
- Lavrio: 37.7130, 24.0640
- Beispiel-Wegpunkt südlich von Makronisos: 37.6300, 24.1500
- Korissia, Kea: 37.6570, 24.3130
- Erwartete Fahrt: 6 kn
- Verbrauch: 3 L/h
- Planungsreserve: 20%
Rechenergebnis: rund 14,4 NM insgesamt, 2,4 Stunden bei 6 kn, 7,2 L Grundbedarf und 8,6 L einschließlich der gewählten Reserve. Rundung kann die letzte Nachkommastelle verändern.
Prüfung durch den Schiffsführer: Hafeneinfahrt, Wegpunkt, Tiefen, Sperrgebiete, Wind, Wellen, Strom, Verkehr und Ausweichmöglichkeiten mit aktuellen amtlichen Informationen kontrollieren. Das Beispiel ist keine empfohlene Kurslinie.
So wird gerechnet
Jede Etappe verwendet die Haversine-Formel mit einem Erdradius von 3440,065 Seemeilen. Sie schätzt die kürzeste Großkreisdistanz zwischen zwei Koordinatenpaaren. Die Gesamtdistanz ist die Summe aller Etappen. Eine Seemeile wird mit 1,852 Kilometern beziehungsweise ungefähr 1,150779 Landmeilen umgerechnet.
Die Fahrzeit ist Gesamtdistanz in Seemeilen geteilt durch Fahrt in Knoten. Der Kraftstoffbedarf ist Fahrzeit mal Stundenverbrauch zuzüglich der gewählten Reserve. Die Mathematik ist für dieselben Eingaben eindeutig; die reale Passage bleibt unsicher. Wetter, Strom, Kreuzen, Manöver, Generatorbetrieb und Motorlast verändern Zeit und Verbrauch.
Beim scheinbaren Wind bezeichnet der wahre Windwinkel die Richtung, aus der der Wind relativ zum Bug kommt. Der Rechner addiert den Wind-von-Vektor und den Fahrtvektor. Er sagt weder Böen noch Segeltrimm oder zukünftiges Wetter voraus.
Zeit = Gesamtdistanz in NM ÷ Fahrt in kn
Grundbedarf = Zeit × Stundenverbrauch
Bedarf mit Reserve = Grundbedarf × (1 + Reserve % ÷ 100)
Vektor des scheinbaren Winds = wahrer Wind-von-Vektor + Fahrtvektor
Wichtige Grenzen
- Die Linie umfährt kein Land, keine Untiefen, Felsen, Brücken, Sperrgebiete oder Verkehrstrennungsgebiete.
- OpenStreetMap ist keine amtliche Seekarte; ein Suchtreffer kann das Ortszentrum statt einer Hafeneinfahrt bezeichnen.
- Gezeiten, Strom, Tiefe, Wetter, Wellen, Polardiagramm, Kreuzwinkel und Vorschriften werden nicht berücksichtigt.
- Eine einzige Durchschnittsfahrt und ein Stundenverbrauch bilden nicht alle Betriebszustände und Verzögerungen ab.
- GPX enthält nur die eingegebenen Entwurfspunkte und garantiert weder Sicherheit noch Kompatibilität mit jedem Gerät.
- Die Reserve ist eine selbst gewählte Planungsmarge. 20 Prozent sind weder Garantie noch Vorschrift für jede Passage.
Daten und Datenschutz
Routen- und Windberechnung sowie JSON- und GPX-Erstellung laufen im Browser. Der aktuelle Plan kann im localStorage dieses Geräts bleiben, bis er gelöscht oder ersetzt wird beziehungsweise Browserdaten entfernt werden. Xephory erstellt kein Konto und keine Cloud-Kopie der Route.
Kartenteile werden direkt von OpenStreetMap geladen. Ein Ortsname wird erst nach Suchen über einen gleichursprünglichen, begrenzten und zwischengespeicherten Xephory-Proxy an Nominatim weitergegeben. Die Routenkoordinaten gehören nicht zu dieser Suche. Zustimmungsabhängige Analyse und Auto-Anzeigen verwaltet die zentrale Google CMP.
Häufige Fragen
Kann ich nach der angezeigten Linie navigieren?
Nein. Sie ist nur eine mathematische Verbindung von Entwurfskoordinaten und erkennt keine Gefahren oder Regeln. Nur geprüfte Punkte dürfen in geeignete Navigationstechnik übertragen werden.
Warum kann die Route über Land laufen?
Die Großkreisberechnung kennt nur Koordinaten. Wegpunkte müssen den beabsichtigten Entwurf beschreiben; danach ist jede Etappe nautisch zu prüfen.
Sind 20 Prozent Reserve ein Sicherheitsstandard?
Nein. Der Wert ist ein editierbarer Ausgangspunkt. Die passende Marge hängt von Schiff, Passage, Alternativen, Bedingungen und Planung des Skippers ab.
Was bedeutet wahrer Windwinkel?
Es ist die Richtung, aus der der wahre Wind relativ zum Bug kommt: 0° von vorn, 90° querab und 180° von achtern.
Wo wird meine Route gespeichert?
Der letzte Plan liegt nur im localStorage dieses Browsers. JSON und GPX werden lokal erzeugt; es gibt kein Xephory-Routenkonto.
Warum kann die Ortssuche ungenau sein?
Geocoding liefert benannte Orte, keine zertifizierten Hafenwegpunkte. Ein Treffer kann eine Gemeinde oder Inselmitte sein und muss geprüft werden.
Was enthält der GPX-Export?
Abfahrt, Wegpunkte und Ankunft als GPX-Route. Wassertiefe, Freigängigkeit, Wetter und gerätespezifische Gültigkeit werden nicht bestätigt.
Werden Strom und Kreuzweg eingerechnet?
Nein. Die Zeit nutzt die eingegebene Durchschnittsfahrt über die geometrischen Etappen. Diese Einflüsse müssen in Eingabe und Kontrolle berücksichtigt werden.
Quellen und Prüfdatum
Rechenmethode: Xephory Passage Planner Version 2, mit bekannten Distanz- und Vektorbeispielen geprüft. Für Karte und Suche gelten diese Primärquellen:
- OpenStreetMap Urheberrecht und Quellenangabe
- Nutzungsrichtlinie der OpenStreetMap-Kacheln
- Nutzungsrichtlinie von Nominatim
Methode, Inhalt und Richtlinien der externen Dienste geprüft am 21. Juli 2026.